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lass mich Arzt, ich bin durch


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zu der frage der queerness
orang
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Originally posted by halbtrocken at Queer werden

Ich möchte Queerness als einen partizipatorischen Prozess innerhalb gesellschaftlicher Organisationsformen beschreiben, der sich an den Rändern dessen bewegt, was legitim, beziehungsweise legitimierbar ist.
Partizipatorisch insofern, als dass Queerness sich innerhalb bestehender Strukturen - und ich benutze das Wort Struktur, weil es ein Ordnungsmuster beschreibt, das wahrzunehmen leichter ist als die Vorstellung eines kontinuierlich sich verändernden Netzwerkes von (sozialen) Beziehungen - als performatives, veränderndes Element in die Verkörperungsformen gesellschaftlicher Plätze einschreibt.
Queerness ist nicht als Eigenschaft zu verstehen, die sich in die kategoriale Einordnung von Identifikationsmerkmalen wie Rasse, Geschlecht, Beruf oder sexuelle Orientierung einreihen lässt, sondern als die durchquerende Bewegung, die gerade diese Kategorien in Frage stellt und auf ihre Ausschlussmechanismen hinweist. Die die Grenzziehungen befragt, die dem Ideal einer übergeordneten (homogenen) Ganzheit geschuldet sind. Daher ist Queerness kein (konstitutives) Außen, sondern an den Grenzen der Lebens- und Wahrnehmungsgewohnheiten angesiedelt, ein in kontinuierlicher Veränderung befindlicher Rahmungsprozess, der die Verhandlung zwischen etablierten und verworfenen Lebensformen trägt.
Sie ist das vitale Element, ohne das Prozesse nicht zu denken sind.
Wenn ich sage "ich bin queer" meine ich damit gerade nicht "ich bin", sondern "ich werde" im Sinne einer fortwährenden Transformation, deren Ergebnis ich nicht kenne. Queer zu sein bedeutet ebenso die daraus folgende Unsicherheit auszuhalten, einen Zwischenraum zu besetzen, sich nicht an die Vorstellung eines Wesenskerns zu klammern, der Identität schafft, mich über Merkmale definiert, festschreibt und bestimmt, sondern die eigene Verletzbarkeit preiszugeben, die mich im Verhältnis zu und mit anderen konstituiert und allen gemeinsam ist.
Queerness ist damit auch ein Unterfangen, das das Risiko verletzt zu werden, beinhaltet und das Vertrauen darauf, aus einer unsicheren und vielleicht geschwächten Position heraus dennoch agieren zu können, erfordert. Queer zu sein bedeutet handlungsfähig zu sein und sich selbst als im Bewegungsprozess zu begreifen. Als sich veränderndes, handelndes Subjekt.
Hier liegt das Potential einer queeren Politik.
Es geht nicht um Toleranz oder Integration. Beide Begriffe taugen nicht als politische Ziele, weil sie bereits den Vorgang des Ausschlusses und einen Mehrheitsbegriff implizieren. Es geht um die Anerkennung von Differenz, Verkörperung, Performativität und den Mut zu kritischem Denken. Sich selbst in Frage zu stellen, die eigene basale Abhängigkeit zuzulassen, die dem Prozess der Subjektwerdung innewohnt und darauf zu vertrauen, Ängste zu überleben, sind die Voraussetzungen für eine queere und gewaltfreie Politik, die dennoch konkrete Forderungen stellen kann und muss, um die Rahmenbedingungen gesellschaftlich anerkennbarer Existenz zu verhandeln.
"Queer" ist demnach auch kein Begriff, der sich definieren ließe, sondern ein Begriff der Vorläufigkeit, der Veränderung und Prozess beschreibt.
In sich vereint Queerness sich nicht auflösende Widersprüchlichkeit und Vielfalt als Mehrwert, ohne jemals in einer Ordnung zu erstarren.
Queere Politik ist eine Politik der Differenz und eine Politik des Werdens auf der Basis heterogener Gemeinschaftlichkeit.

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спасибо за перепост.

пожалуйста) у halbtrocken в журнале можно побеседовать на тему

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